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Zschachwitz bekommt sein Ei
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Zschachwitz bekommt sein Ei

01.11.2017

Im Mai sollen die Geschäfte im neuen Einkaufszentrum öffnen. Bis dahin ist wohl auch ein Name dafür gefunden.

"Das Kaufhaus Günther ist längst verschwunden – nun entsteht auf dem Areal an der Ecke von Pirnaer Landstraße und Bahnhofstraße ein moderner Nachfolger. Das Gebäude nimmt langsam Form an, die äußere Hülle ist bereits fertig. Weil diese, von oben betrachtet, einem Ei ähnelt – trägt das künftige Einkaufszentrum im Stadtteil den Spitznamen „Zschachwitzer Ei“. Das soll natürlich nicht so bleiben, sagt Projektentwickler Andreas Barth von der Saller-Gruppe. Das Unternehmen aus Weimar investiert rund 13 Millionen Euro in den Handelsstandort am östlichen Dresdner Stadtrand.

Seit mehr als einem halben Jahr ist Andreas Barth gemeinsam mit den Zschachwitzern auf der Suche nach einem etwas passenderen Namen. Nun sollen die Vorschläge ausgewertet werden. Detlef Eilfeld, Vorsitzender des Gewerbevereins Zschachwitzer Dorfmeile, hat in den letzten Monaten etwa 100 Zuschriften mit Namensideen gesammelt. Großer Favorit ist – nicht ganz unerwartet – „Kaufhaus Günther“. Andreas Barth winkt gleich ab. „Da werden wir wohl keine Zustimmung durch den ehemaligen Eigentümer des Kaufhauses bekommen.“ Er verstehe, dass das Traditionskaufhaus, das schon zu DDR-Zeiten eines der beliebtesten in Dresden war, den Anwohnern am Herzen liegt. Viel Hoffnung mache er sich da aber nicht.

Fest steht: Auch der Investor will keinen x-beliebigen Namen. Barths Vorschlag „Zschach“ stieß allerdings nicht wirklich auf Gegenliebe. Im dicken Hefter, den Detlef Eilfeld an diesem Dienstag an den Projektentwickler übergibt, sind unter anderem Ideen wie „Kyawpassage“ oder „Kaufhaus in Zschachwitz“ zu finden. An die Adelsfamilie Kyaw, die den heutigen Dresdner Ortsteil im 19. Jahrhundert förderte, erinnert bereits eine Straße in Kleinzschachwitz. Der zweite Vorschlag ist als Reminiszenz an das frühere Kaufhaus zu verstehen und gefällt Detlef Eilfeld besonders gut. „Letztlich muss das aber der Eigentümer entscheiden“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Andreas Barth geht davon aus, dass diese Entscheidung spätestens im Januar oder Februar getroffen wird. Denn schon im Mai sollen im neuen Einkaufszentrum ein Rewe-Supermarkt, eine Filiale der Drogeriemarktkette Rossmann, das Familienmodegeschäft Ernsting‘s Family und ein Laden des Haushaltswarenhändlers Mäc Geiz öffnen. Die Räume an der Pirnaer Landstraße werden an den Bäcker Sternenbäck und an eine Fleischerei aus Halle vermietet. Frei ist derzeit noch ein 60 Quadratmeter großer Laden direkt am Eingang, der sich in Richtung Bahnhofstraße befinden wird. „Es gab zwar den einen oder anderen Interessenten, aber bislang hat sich noch kein Mieter gefunden“, sagt Andreas Barth.

Überhaupt sei der Zuspruch von Dresdner Händlern und Gastronomen sehr gering gewesen. „Ich bin froh, dass wir uns nicht darauf verlassen haben und uns um andere Mieter gekümmert haben.“ So werden noch ein Frisör aus Pirna, ein Tabak- und Zeitschriftenkiosk und ein Laden von Mr. Bien einziehen, der bereits in der Centrum-Galerie asiatische Speisen verkauft. In den kommenden Tagen soll der Innenausbau des Einkaufszentrums beginnen.

Wenn alles fertig ist, wird das „Zschachwitzer Ei“ – oder wie immer es dann auch heißen wird – eine große Lücke in der Nahversorgung schließen. Mit Rewe zieht auf einer Verkaufsfläche von etwa 1 500 Quadratmetern ein vergleichsweise großer Supermarkt ein. Ein Drogeriemarkt fehlte in der Umgebung bislang völlig. Ziel sei es, ein neues Ortsteilzentrum zu schaffen, sagt Barth. Damit entspricht das Zschachwitzer Ei auch dem Zentrenkonzept der Stadt, das eben diese Entwicklung fordert. Weil kleinere Geschäfte nach und nach aus den Wohnvierteln verschwinden, ist es vor allem für Rentner problematisch, sich im näheren Wohnumfeld selbst zu versorgen.

Mit dem Neubau auf dem Areal von Donaths Neuer Welt in Alttolkewitz haben Bart und die Saller-Gruppe zuletzt das gleiche Ziel verfolgt. Auch dort wurden Angebot und Auswahl an Läden im Wohngebiet mit Drogeriemarkt, Textilgeschäft, Bio-Supermarkt, Bäcker und Café sowie Fitnessstudio deutlich erweitert. Er trägt übrigens den Namen „Donaths ganz Neue Welt“."

 

Quelle: SZ-Online vom 25.10.2017